Suermondt-Ludwig-Museum Aachen
8. März – 3. Juni 2007
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Das Suermondt-Ludwig-Museum Aachen zeigt in Zusammenarbeit mit dem Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam erstmals die Hauptwerke Willem Kalfs, des bedeutendsten holländischen Stilllebenmalers des so genannten ‚Goldenen Zeitalters’. Viele Museen und private Leihgeber aus Europa und den USA haben dazu beigetragen, dass zum ersten Mal 40 seiner Werke in einer umfassenden Einzelausstellung präsentiert werden können.
Willem Kalf (1619-1693)
Der Stillebenmaler Willem Kalf war ein Meister in der Variation eines Themas. Seine Gemälde sind Ausdruck seiner intensiven Suche nach der idealen Wirkung einer bestimmten Komposition von Gegenständen. Die Dichtkunst des 17. Jahrhunderts belegt, dass Kalfs künstlerische Virtuosität und das exquisite Gegenstandsrepertoire seiner Gemälde bei den Zeitgenossen hoch geschätzt waren. Zu einer erneuten Würdigung des Malers kam es am Ende des 19. Jahrhunderts, als man das Licht in seinen Gemälden mit dem in den Werken Rembrandts und Vermeers in einen Zusammenhang brachte.
Die Bauerninterieurs
Kalfs künstlerische Laufbahn vollzog sich sowohl in Holland wie auch in Frankreich. 1619 in Rotterdam in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie hineingeboren, ging er Anfang der 1640er Jahre nach Paris, wo er sein Können zunächst mit einem Sujet seiner Heimatstadt, den ‚Bauerninterieurs’ unter Beweis stellte und sich bei den Kunstsammlern rasch einen Namen machte. Menschen spielen in diesen kleinformatigen Gemälden eher eine untergeordnete Rolle. Es ging dem Künstler vor allem um die Darstellung von ‚Stilleben’ in einer malerisch ländlichen Kulisse.
Die Pariser Stilleben
So begann Kalf in Paris reine Stilleben zu malen, die er bisweilen auf großem Format ausführte, und die aufgrund ihrer kostbaren metallenen Gegenstände als Prunkstilleben bezeichnet werden. Diese Gemälde zeigen überwiegend Zinn-, Silber- und Goldgegenstände, die Kalf auswählte, um an ihnen die Wirkung und Reflexion des Lichts auf den metallenen Oberflächen zu demonstrieren.
Die Amsterdamer Stilleben
In Amsterdam, wo er von 1653 bis zu seinem Tode 1693 lebte, entstanden jene Gemälde, die ihn zu einem „Vermeer der Stillebenmalerei“ werden ließen: kunstvolle Arrangements von erlesenen und seltenen Kostbarkeiten, die er mittels einer meisterhaften Lichtregie in Szene setzte. Bei vielen der Amsterdamer Stilleben Kalfs werden aufgrund ihrer starken Farbigkeit nun auch Früchte zu bildbeherrschenden Motiven. So leuchten die Gegenstände des Kunsthandwerks wie die Objekte der Natur geheimnisvoll aus dem Dunkel der Bildhintergründe hervor. Das faszinierende Spiel mit dem Licht auf unterschiedlichsten Oberflächen, dessen Widerspiegelungen, Brechungen oder Transparenz werden zum eigentlichen Thema seiner Kunst.
Der im Deutschen Kunstverlag erschienene Katalog beinhaltet Farbabbildungen aller Ausstellungsexponate, einführende Essays zur Biographie, den unterschiedlichen Werkphasen Kalfs sowie den dargestellten Objekten.